Der Marktgemeinderat hatte über diesen Tagesordnungspunkt in seiner Sitzung am 13.11.2025 zu beraten und befürwortete, dass die Firma GP JOULE in Pleinfeld mit der Entwicklung und Umsetzung eines Nahwärmenetzes auf Basis eines regenerativen Energieträgers beginnt. Basis ist ein mit der GP JOULE bzw. der noch zu gründenden Betreibergesellschaft abzuschließender Gestattungsvertrag. Bürgermeister Stefan Frühwald wurde beauftragt, einen Gestattungsvertrag, inklusive des Grundstücks für die Heizzentrale, mit GP JOULE zu verhandeln.
Bereits im Jahr 2021 wurde den Mitgliedern des Marktgemeinderates die Idee vorgestellt, im Kernort Pleinfeld eine Nahwärmeversorgung aufzubauen. Im Rahmen der damaligen Überlegungen fand auch eine Besichtigungsfahrt nach Dornhausen statt, wo ein funktionierendes Nahwärmenetz besteht. Aufgrund anderer priorisierter Projekte wurde das Vorhaben zunächst zurückgestellt. Mit dem Wandel der Energieversorgung und den gestiegenen Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftsorientierte Energiepolitik hat das Thema in den letzten Jahren jedoch deutlich an Bedeutung gewonnen. Durch das Energienutzungskonzept des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, das auch das Gemeindegebiet Pleinfeld umfasst sowie die Beauftragung einer Kommunalen Wärmeplanung werden in den kommenden Jahren umfassende Handlungsempfehlungen vorliegen, wie die künftige Energieversorgung im gesamten Gemeindegebiet gestaltet werden kann. Die Schaffung einer Nahwärmeversorgung auf Basis verschiedener Energieträger stellt hierbei eine zentrale Maßnahme dar, die sich bereits vor Abschluss der Kommunalen Wärmeplanung abzeichnet. In der Verwaltung wurde das Thema daher weiterverfolgt und verschiedene Realisierungsmöglichkeiten geprüft. Während es in den Ortsteilen weiterhin naheliegend ist, dass Nahwärmenetze v.a. über Bürgergenossenschaften entstehen, erscheint es für den Hauptort Pleinfeld sinnvoll, einen institutionellen Planer und Betreiber zu gewinnen. In zahlreichen Gesprächen der vergangenen Monate hat sich herauskristallisiert, dass das Unternehmen GP JOULE Wärme GmbH aus Buttenwiesen ein potenziell geeigneter und erfahrener Partner für den Markt Pleinfeld sein könnte, um den Aufbau einer Nahwärmeversorgung konzeptionell und technisch zu begleiten und den Betrieb sicherzustellen. Für die Planung, den Bau und den späteren Betrieb des Netzes ist die Gründung einer eigenen Gesellschaft vorgesehen. Die Wärmeversorgung soll auf einem Energiemix basieren, bestehend aus einer industriellen Luft- Wasser-Wärmepumpe, einer Hackgutanlage sowie einem Redundanzerzeuger (voraussichtlich ein Gaskessel). Hierfür wird eine Fläche von rund 2.000 m² benötigt. Als Standort für die Heizzentrale käme ein Areal in der Nähe des Freibades in Betracht, weitere Standorte müssen noch
geprüft werden. Von dort aus soll das Wärmenetz zunächst im nördlichen Teil Pleinfelds erschlossen, sukzessive ausgebaut und die Wärmeversorgung der angeschlossenen Objekte gewährleistet werden. Die geplante Netzlänge beträgt derzeit ca. 10 km. Eine konkrete Trassenführung wird in weiteren Projektphasen, abhängig vom tatsächlichen Interesse potenzieller Abnehmer, festgelegt. Grundsätzlich wird sich die Planung an der im Marktgemeinderat vorgestellten Präsentation orientieren. Geplant ist, sowohl kommunale Gebäude als auch private Wohnhäuser und gewerbliche Immobilien an das Netz anzuschließen. Der Aufbau des Nahwärmenetzes erfolgt auf Basis der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Zu diesem Tagesordnungspunkt erfolgte eine Vorstellung durch die GP JOULE Wärme GmbH. Der Referent führte auch aus, dass die Nahwärmeplanung für Pleinfeld und die Kommunale Wärmeplanung in ihrer Ausrichtung unterschiedlich sind. Die Kommunale Wärmeplanung untersucht die Potenziale im Gemeindegebiet, wobei die Nahwärmeplanung konkrete Netz- und Versorgungsstrukturen etabliert.